Daimon Verlag

Lilith - Die erste Eva
von
Siegmund Hurwitz

Vorwort

Vorwort von Marie-Louise von Franz

Obwohl heute immer wieder der Ruf nach interdisziplinärer wissenschaftlicher Arbeit ertönt, wird er selten befolgt. Es ist eben schwierig, sich in mehr als einem Fache als kompetent zu erweisen. Im Falle der Göttin Lilith hat dies zu zusätzlichen Schwierigkeiten geführt, weil Lilith ein Thema in der feministisch-antifeministischen Auseinandersetzung geworden ist. So leiden auch psychologische Arbeiten, wenn sie historisches Material berücksichtigen, oft an einer Unfähigkeit, das letztere seriös darzustellen. Und wenn Historiker psychologische Deutungen wagen, gehen sie selten über das Triviale hinaus. Es scheint mir deshalb ein großes Verdienst von S. Hurwitz zu sein, daß er den Forderungen beider Disziplinen gerecht geworden ist. Seine psychologische Deutung der Träume und aktiven Imaginationen eines depressiven Mannes gehen in die Tiefe und seine Darstellung der Lilith als einer uralten mythologischen Veranschaulichung der negativen Anima als Männerverderberin, ist kompetent und gründlich. Indem S. Hurwitz das Erleben eines modernen Mannes mit diesem historischen Material zusammenbringt, werden beide neu beleuchtet. Das ist der Sinn der Jung'schen Amplifikationsmethode.

Daß hinter der Depression, der "saturnischen Melancholie", wie sie früher genannt wurde, ein unbändiger Lebensdrang verborgen liegt, der sich nicht assimilieren lassen will, scheint mir eine neue und wesentliche Erkenntnis zu sein. S. Hurwitz hat aber nicht nur dies, neben vielem Anderen aufgezeigt, sondern auch den Weg beleuchtet, wie ein Mann mit seiner "inneren Lilith" umgehen könnte, um aus der saturnischen Schwermut herauszufinden.

So schenkt uns dieses Buch nicht nur Erkenntnisse, sondern auch Hilfe.

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